Geschichte
Alles begann mit einem Weihnachtsmärchen: Weil es eine rote Nase hatte, wurde ein kleines Rentier von seinen Artgenossen gemieden. Doch eben dank dieser Nase konnte es den Weg des Weihnachtsmannes beleuchten, als dieser sich mit seinem Schlitten im Schneegestöber verirrt hatte. Das Rentier mit der roten Nase wurde als Held gefeiert und durfte wieder in die Herde zurückkehren.
1984 hatte der kanadische Mathematikprofessor und Schwimmtrainer der Universitätsmannschaft von Québec, Jean-Marie De Koninck, eine Idee, wie sich die enorme Zahl von Verkehrsunfällen wegen Trunkenheit am Steuer reduzieren liesse. Er motivierte seine Studenten, die alkoholisierten Automobilisten in deren eigenen Wagen nach Hause zu fahren. Die «Opération Nez Rouge» war geboren und wuchs in der Folge zu einer Kampagne für Verkehrssicherheit heran. Das kleine Rentier mit der roten Nase aus dem Weihnachtsmärchen, von nordamerikanischen Weihnachtsliedern her als „Rudolph“ bekannt, wurde somit zur Symbolfigur für «Nez Rouge». Warum Nez rouge und nicht Rote Nase?
Im selben Jahr wurde in Kanada, die Idee unter dem Namen Opération Nez Rouge gegründet. 1990 erreichte Nez rouge Délemont (Delsberg) JU. 97 Automobilisten, die sich fahruntüchtig fühlten, konnten damals sicher nach Hause gebracht werden.
Die Idee stiess auf ein dermassen grosses Echo in der Bevölkerung, dass bereits 1994 in der ganzen Schweiz 19 Aktionen mit insgesamt 1442 Transporten stattfanden. Im selben Jahr überschritt Nez Rouge zum ersten Mal auch die Grenzen des französischsprachigen Raumes mit drei Aktionen in der Deutschschweiz, in Aarau, Zug und Zürich. Biel hat sich mit einem eigenen Verein 1996 angeschlossen. Der Bekanntheitsgrad von Nez Rouge nahm seit seinen Anfängen stetig zu, und immer mehr Menschen beteiligten sich an den Aktionen.